Liebe Leserinnen und Leser,
Ein Blick von oben auf das geschäftige Treiben einer Stadt ist immer interessant. Aus der Entfernung sehen Menschen und Autos aus wie Spielfiguren auf der Eisenbahnplatte.
Unter den vielen Dächern befinden sich Wohnungen und Geschäfts- und Lagerräume, Restaurants und Behörden. Wie mag es den einzelnen Menschen darin wohl gehen?

                                    „Unter jedem Dach ein Ach!“

Dieses alte deutsche Sprichwort kommt mir in den Sinn. Der eine hat seine Not mit der Gesundheit, ein anderer plagt sich mit der Pflege seiner Eltern, ein weiterer hat Angst um seine berufliche Zukunft. Wieder ein anderer ist traurig, weil die Kinder fortgezogen sind und noch ein anderer hat ein von Liebeskummer zerbrochenes Herz.
Alltagskummer und Schicksalsschläge treffen uns hart und jede Not wiegt dabei schwer. Kein Mensch kann sagen, er sei völlig frei davon. Jeder findet einen
anderen Umgang damit. Während der eine offen darüber spricht, verbirgt ein
anderer seine Sorgen so gut er kann. Manchem ist es eine große Hilfe, sich
Gott anzuvertrauen, ihm den Kummer vorzulegen, ihm das Leid zu klagen.

Dieser Lebenswahrheit würde ich aber auch gern eine weitere dazu stellen, eine,
die aus einer anderen Perspektive schaut. Denn es gibt viele Gründe auch einmal
Danke zu sagen. Danke für den Duft von frischem Bäckerbrot und das Glas Honig, das mir liebe Menschen vor die Tür gestellt haben. Danke für die Blaumeise, die vor
dem Fenster flattert, und für mein Lieblingslied im Radio! Danke für den
Einkauf, den ich erledigen konnte und den Blick auf ein schlafendes Kind!

                                      „Unter jedem Dach ein Dank!“

Sie werden dem sicherlich noch eigene GeDANKen beisteuern und
genug Grund finden, wofür auch Sie dankbar sein können.

Die Bibel erzählt im Lukasevangelium (Lk 17,11-19), dass Jesus einst zehn
vom Aussatz befallene Menschen geheilt hat. Dadurch konnten sie wieder
Anschluss an die Gemeinschaft finden und mussten nicht mehr ausgesondert
leben. Aber nur einer von den Geheilten kehrte um „und pries Gott mit lauter
Stimme und fiel nieder auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm.“ Der eine hatte erkannt, dass Gott ihm Gutes getan hatte und wusste nicht
nur die Adresse für die Klage, sondern auch für seinen Dank.
Ein dankbares Leben sieht die vielen unverdienten Gaben. Und ein dankbares
Herz erlebt auch heute schon ein Stück Himmel auf Erden. Darum halten wir
Augen und Ohren auf, damit wir aufblicken von unseren Sorgen und Nöten und auch das Gute sehen lernen,das uns aufbaut.

Seien Sie herzlich gegrüßt!
Ihre Pfarrerin Dorothea Schanz

Wer hat die Stadt auf der Umschlagseite erkannt?
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Wir freuen uns, dass wir in unseren Gemeinden wieder Gottesdienste feiern können. Aktuelle Informationen aus dem Landeskirchenamt zum Umgang mit der Coronavirus Pandemie finden Sie hier auf der Seite der Landeskirche.

 

 

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin;
wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(August 2020, Ps 139,14 (l)