Liebe Leserinnen und Leser,

 

die lustigen Gestalten auf der Umschlagseite haben mich bei einer Wanderung zum Schmunzeln gebracht: Sie hocken da auf ihrem Gartenzaun und grüßen bei Regen und bei Sonnenschein die Passanten. Sie entspringen der Idee einer Töpferin, die mit ihren Figuren Freude in die Welt bringen will. Mit ihren Händen hat sie sie geformt und farbig gestaltet, jede hat ihren eigenen Charakter bekommen.

 

Kreativität kennt keine Grenzen: Manche greifen zu Stiften und Pinseln, andere bringen ihre Gefühle in Versform, andere werkeln kunstvoll mit Holz, Stein oder Metall. Die einen spielen Klavier oder Trompete, andere backen und verzieren Torten stilvoll und zaubern noch aus Resten schmackhafte Menüs. Sie schneidern und stricken, schmücken Kerzen mit Wachsplättchen, arrangieren Blumensträuße, die ein Augenschmaus sind, entwerfen Möbelstücke oder flechten Körbe usw. Hirn und Hand arbeiten gemeinsam an einer Sache und entwickeln kleine und große Kostbarkeiten für die Sinne.

Da kann man nur staunen, was in jedem steckt!  Denn in jedem Menschen ist Kreativität angelegt – in jedem nur etwas anders, davon bin ich überzeugt. Und zugleich verbindet Kreativität Menschen auf besondere Weise. Der Kreative begegnet in seinem Schaffenswerk einem Betrachter oder Hörer, dem Leser oder dem, der sein kreatives Geschenk auspacken darf.  

 

Menschen können schöpferisch tätig sein, weil Gott seine Schöpferkraft in den Menschen eingeprägt hat. Das ist Teil der Ebenbildlichkeit Gottes.

In der Bibel heißt es: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Im Verlauf des Textes wird das Schöpferwerk Gottes beschrieben und bestätigt: „Und siehe, es war sehr gut.“ Kreativ tätig zu sein, schenkt Zufriedenheit.

Wie wir an einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, so sind wir viele ein Leib in Christus,

[…] und haben

verschiedene Gaben

nach der Gnade,

die uns gegeben ist.

 Römerbrief 12,4-6 i.A.

Die Worte Kreation – Kreatur – Kreativität stehen in diesem Schöpfungszusammenhang.

Aber auch das etwas veraltete Wort Rekreation gehört in diese Reihe. Denn wer sich durch Arbeit und Anspannung nur verbraucht, laugt seinen Körper und Geist völlig aus. Der Mensch braucht diese Erholungsphasen, um die Erschöpfung abzuschütteln und neue Kraft zu schöpfen. Die Bibel erzählt es: Gott arbeitete an sechs Tagen, am  siebten ruhte er. Zeiten der Rekreation sind auch Zeiten der Inspiration. Wer sich Ruhemomente gönnt, wer innehält, wird erfrischt und vor allem geistig belebt. Mancher empfindet seine Rekreation sogar besonders stark, wenn er oder sie kreativ tätig ist und dankt auf diese Weise dem Schöpfer für die empfangenen Gaben. 

Probieren Sie`s mal aus!

Ihre Pfrn. Dorothea Schanz

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