Liebe Leserinnen und Leser,

 

vor fünfzig Jahren wurde in Berlins Mitte der Fernsehturm nach vier Jahren Bauzeit fertiggestellt und zählte zu den  beliebtesten Ausflugszielen in der damaligen DDR. Auch heute noch fahren pro Jahr etwa eine Million Besucher mit einem der Aufzüge in die große Kugel hinauf. Der Turm, der einst die Rundfunkversorgung verbessern sollte, galt natürlich auch als sozialistisches Prestigeobjekt der damaligen politischen Riege. Der Vorsitzende des Staatsrats der DDR, Walter Ulbricht, schaltete sich selbst in das Planungsvorhaben ein und machte dem Chefarchitekten Joachim Näther klare Vorgaben zum Standort und zur Gestaltung.

Die Turmkugel war dabei eine Reminiszenz an die Erfolge des sowjetischen Weltraumprogramms: Wie der Satellit Sputnik sollte nun auch die Kugel weit in die Umgebung strahlen und vom Fortschritt der Menschheit berichten.

Allerdings war nicht geplant, dass bei entsprechender Sonneneinstrahlung auf der Kugel ein Kreuz aufleuchtete.

Man meinte doch, die alte Zeit und den alten Glauben hinter sich gelassen zu haben und die Jugend im Fortschritt der Naturwissenschaften zu besseren Menschen zu erziehen. Anekdoten berichten, wie Berliner und Besucher hinter vorgehaltener Hand über die „Rache des Papstes“ schmunzelten. Konkrete Nachweise auch für die angeblichen Gegenmaßnahmen zur Beseitigung des Lichtkreuzes finden sich zwar nicht, aber bis heute leuchtet strahlend das Kreuz bei Sonnenschein.  

Es ist uns ein Bild für den Glauben an Jesus Christus. Das Kreuz als sein Zeichen ist nicht auszulöschen. Und der Glaube an die Auferstehung aus dem Tod ist nicht totzukriegen.

Auch 2000 Jahre nach den Ereignissen in Jerusalem, auf dem Berg Golgatha, nach Wehklagen und Felsengrab ist die Osterfreude unter Christen lebendig.

Der Glaube

an den auferstandenen Jesus

ist nicht totzukriegen.

 

Aus diesem Glauben ziehen wir Kraft. Und Hoffnung für ein Leben nach dem Tod. Der Glaube an die Auferstehung ist es auch, der die Christenheit bis heute zusammen hält, auch wenn sie sich in verschiedenen Konfessionen versammelt.

Wir glauben, dass Jesus gegenwärtig ist, wenn wir uns treffen, wenn wir einander Hilfe gewähren, wenn wir Gott loben.

Mancherorts wird christlicher Glaube noch immer belächelt. Das ist vergleichsweise harmlos. In etlichen  Ländern der Welt ist schon der Besitz einer Bibel strafbar. Dennoch ist es noch keinem Machtsystem gelungen, Jesus totzuschweigen, kleinzukriegen oder  auszuradieren. So sehr sie es auch schon versuchten. Einfach deshalb, weil wir als Christen Gottes Willen und sein Tun nicht verneinen können.

Wo Gott Ja zum Leben sagt, hat der Tod ausgespielt. Darum freue ich mich wieder auf das Osterfest und seine Lieder. Die Zeit der Freude in der aufblühenden Natur. Ich lade Sie herzlich ein, das größte christliche Fest mit unseren Gemeinden zu feiern.  

Ihre Pfrn. Dorothea Schanz

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