Unser Glaube

Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Lukasevangelium 24,6

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

wer einen perfekten Rasen liebt, wird nicht unbedingt Freund des Löwen-zahns sein. Da hilft auch kein Stechen der Wurzel oder Gift. Diese Pflanze ist unverwüstlich. Sie kommt immer wieder. Wir finden sie auf Wiesen, an Bordsteinkanten und in Mauerritzen.

Leuchtend gelb erzählt sie uns von der Hartnäckigkeit des Lebens.

Jedes Kind freut sich, wenn der Löwenzahn zur Pusteblume wird und sich die Schirmchen durch den Wind tragen lassen.

Das Gerhard Schöne-Lied „Gott liebt das Gras“ mag demnach wohl auch auf den Löwenzahn zutreffen.

Unschlagbar schön!

Unschlagbar schön ist dieses Bild uns in der Osterzeit, weil es so unschlagbar hoffnungsvoll ist. Wenn wir an der Vergeblichkeit des Lebens zweifeln und der Tod uns die Sinne benebelt, ist uns gesagt: Jesus Christus ist aufer-standen. Der Tod ist nicht die End-station des Lebens. Gott verwandelt uns im Tod und schenkt uns neues Leben.

Darum ist das Osterfest auch das bedeutendste Fest der Christenheit und nicht Weihnachten, wie viele vielleicht meinen. Aber es ist auch ein geheimnisvolles Fest, weil unsere Vorstellungskraft vom Handeln Gottes begrenzt bleibt. Wir können lediglich kleine Zeichen der Auferstehung erkennen und vertrauen, dass Gott es gut mit uns meint.

Unschlagbar hoffnungsvoll

An der Frage der Auferstehung von den Toten bin ich tief im Herzen Christin geworden: Als mein Großvater starb und ich ihn im Sarg aufgebahrt sah, war der Schmerz über den Verlust sehr groß. Und mir wurde klar: Vor uns, den Trauernden, liegt nur seine leblose Hülle. Mit meinen knapp 15 Jahren reifte in mir der Glauben, dass das Leben mehr bereithält, als uns sichtbar vor Augen gestellt ist.

Und ich habe Gott mein Vertrauen geschenkt und in der Bibel vertieft.

Vieles im Glauben ist für mich durchaus diskutabel. Die Auferstehung aber definitiv nicht. An ihr halte ich fest, weil sie mir Lebensmut schenkt. Nicht erst für ein jenseitiges Leben bei Gott, sondern als Kraftquelle im Hier und Jetzt.

Es grüßt Sie hoffnungsvoll,

Ihre Pfarrerin Dorothea Schanz

 

Die Losung von heute

Jene, die fern sind, werden kommen und am Tempel des HERRN bauen.

Sacharja 6,15

Hananias betete: Herr, ich habe von vielen gehört über diesen Saulus, wie viel Böses er deinen Heiligen in Jerusalem angetan hat. Doch der Herr sprach zu Hananias: Geh nur hin; denn dieser ist mein auserwähltes Werkzeug, dass er meinen Namen trage vor Heiden und vor Könige und vor das Volk Israel.

Apostelgeschichte 9,13.15

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