Liebe Leserinnen und Leser,

Nach der Zeugnisausgabe am 5. Juli heißt es wieder: „Sommerferien“! Wenn der Duft des Unterrichts verflogen ist, wird im Schulhaus repariert und renoviert, damit ab 19. August wieder unterrichtet und gelernt werden kann.

Seit vier Schuljahren bin ich selbst an einer Oberschule in Klassenstufe 9 und 10 im Fach Evangelische Religion eingesetzt. Im Schuljahr 2018/ 2019 bin ich zudem die Religionslehrerin in der Grundschule Großbothen für die 1.-4. Klasse. Dass ein Pfarrer auch an einer Schule unterrichtet, ist nicht ungewöhnlich. Religionspädagogik gehört im Studium der Theologie wie auch im Vikariat mit zum Curriculum: Hospitieren, Stundenentwürfe verfassen, Material vorbereiten, eine Klasse leiten, nachbereiten, z.B. Arbeiten korrigieren. So decken Pfarrer und Gemeindepäda-gogen den Bedarf an Religionslehrkräften mit ab. Mein Respekt vor dem Lehrerberuf ist seither noch einmal mehr gewachsen. Der Beruf ist wunderschön, weil es hier um Beziehungen geht und man im Miteinander viel lernt. Zugleich ist es eine Herausforderung, vor einer Klasse zu stehen und Lehrstoff zu vermitteln. 

Kopf- und Herzensbildung

Ich bin froh, dass es die Möglichkeit des Religionsunterrichts gibt. Nicht, weil ein Mensch, der das Fach absolviert hat, automatisch ein religiöser Mensch wird. Das nicht. Jedoch kann das gemeinsame Diskutieren, Abwägen und Infragestellen helfen, die eigene Lebensposition zu finden und andere Lebensentwürfe zu akzeptieren. So sind auch einige der Schüler, die statt Ethik den Religionsunterricht wählen, nicht konfessionell gebunden. Denn das ist keine Voraussetzung für den Religions-unterricht. Ein Lehrplan schon! Dabei baut ein Schuljahr auf dem anderen auf. Interessierte finden ihn unter:

www.sachsen-macht-schule.de

Ein kleiner Einblick: In Klassenstufe 1-2 haben wir zuletzt die alttestamentliche Geschichte von Josef und seinen Brüdern behandelt und Geschwisterkonstellationen in den Blick genommen. Die Klasse 3-4 hat sich mit den Zehn Geboten auseinander gesetzt, Vorstellungen von Gott ausgetauscht und Abschnitte aus Jesu Leben in den Blick genommen. 

In Klasse 9 ist die Auseinandersetzung mit Sterben und Tod ein wichtiges Thema; auch Verantwortung in Freundschaft, Liebe, Partnerschaft, Sexualität ist im Lehrplan vorgesehen. 

In der 10. Klasse habe ich mit den Schülern zur Schöpfungserzählung der Bibel gearbeitet und ins Gespräch mit Naturwissenschaft gebracht. Wir haben uns Gedanken gemacht, was ein Vorbild ist und uns über die Religionen aus Fernost informiert.

Ein Bild beschreiben, einen Text interpretieren, seine Ansicht verbal und schriftlich ausdrücken, sind nur einige Kompetenzen, die ein Schüler im Religionsunterricht einübt und sicherlich an anderer Stelle auch nutzen kann. Nicht nur deshalb finde ich den Reli-Unterricht wichtig, sondern in erster Linie, weil er Kopf- und Herzensbildung ist.

 Gesegnete Sommer- und Ferientage,

Ihre Pfrn. Dorothea Schanz

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