Unser Glaube

Liebe Leserinnen und Leser,

 

wenn wir durstig sind, greifen wir zur Wasserflasche. Oder wir drehen den Wasserhahn auf und genießen an einem heißen Sommertag oder nach schweißtreibender Arbeit das kühle Nass. Kein Wunder, dass der Mensch danach verlangt: zu etwa 66% besteht der menschliche Körper aus Wasser. Zum Überleben sind wir auf seine ständige Zufuhr angewiesen.

Und doch bleiben viele Menschen Dürstende, obwohl sie genügend Wasser zur Verfügung haben. Und auch anderes: Nahrung, Kleidung, Bildungs- und Freizeitangebote, Mobilität, ein dichtes Kommunikationsnetz usw.

In all der Fülle, meint man, sollten die Bedürfnisse des Menschen doch gestillt sein. Aber der Durst, der in ihnen, in uns allen ist, ist ein Durst nach Leben, das in die Tiefe geht, das zu den Quellen reicht. Doch während im übertragenen Sinne viele das abgestandene Wasser aus Teichen und Tümpeln schöpfen, sehnen sich Körper, Geist und Seele nach dem frischen sprudelnden Quellwasser aus der Tiefe.

Schon die Beter im Alten Testament brachten dieses Bedürfnis zum Ausdruck und wussten, wohin sie sich wenden können:

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich
auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.

 Psalm 23,1-2

Sowohl in den frohen Lebenstagen als auch in den dürren Zeiten, wird Gott den Menschen Erfrischung schenken, neue Kraft und Lebensmut, da waren sich die Beter sicher.

In der Jahreslosung von 2018 ist eine  Einladung Gottes an uns noch einmal explizit ausgesprochen:

Das lebendige Wasser steht allen zur Verfügung. Gott hält ein Leben in Erfüllung und mit Sinn bereit.

Wir dürfen nach ihm fragen und unserem Verlangen nachgehen. Gott schenkt Leben. Er ist die Quelle von Glaube, Hoffnung und Liebe.  

Mit unseren Augen werden wir dieses Angebot wohl nicht ausleuchten können, es braucht auch unser Vertrauen dazu. Das erlebe ich beispielsweise, wenn Eltern ihre Kinder zur Taufe bringen oder wenn Jugendliche sich zu diesem Schritt entschließen. Sie vertrauen darauf, dass das Versprechen Gottes, immer für uns da zu sein, hält. Auch dann noch, wenn uns Gefahr droht und wenn Sterben und Tod uns Angst machen. Das klare Wasser der Taufe mündet in Gottes Ewigkeit; ich bin in ihm gestärkt.  

 

Wie komme ich an die Quelle?

Gott als Lebensquelle lässt sich von uns finden im Gebet, in den Erzählungen von Jesus Christus, im Singen, im Schweigen, in einem Gespräch mit Menschen, die aus dieser Lebensquelle schon getrunken haben.

 

Ich grüße Sie herzlich,

Ihre Pfarrerin Dorothea Schanz

Die Losung von heute

Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige HERR.

Psalm 111,4

Der Kelch des Segens, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi?

1.Korinther 10,16

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