Der Gottesdienst am 10. Januar findet leider noch nicht statt. Wir laden herzlich ein zu den Gottesdiensten am 17. Januar, 9 Uhr in Großbothen und 10:30 Uhr in Glasten.

Gedanken zum Jahreswechsel

Wussten Sie, dass ein Ostfriese im Jahr durchschnittlich 300 Liter Tee trinkt? Damit belegt die Region Platz 1 der Weltrangliste im Teekonsum und überholt damit noch die Engländer, die mit ihrer berühmten 17 Uhr „Tea-time“ als Teenation gelten und gern zu ihrem „Earl Grey“ oder „Darjeeling“ ein klein wenig Sahne nehmen und ein Sandwich obendrein.

„Abwarten und Tee trinken!“ rät auch ein deutsches Sprichwort, das uns zu
Gelassenheit auffordert. Teetrinker können keine Hektiker sein: Sie müssen
den Tee im kochend heißen Wasser eine bestimmte Zeit ziehen lassen, die
Trinktemperatur muss auf ein angenehme Wärme herunterkühlen, man
genießt ihn Schluck für Schluck: anregenden Schwarztee, beruhigende Kamille, erfrischende Minze, fruchtige Apfel-Mango-Mischung – manchmal mit Kandis oder Honig. Von der Heilwirkung verschiedener Tees ganz zu schweigen.
„Abwarten und Tee trinken!“ ist auch in diesen Tagen angesagt. Nicht nur
wegen der Pandemie, die Menschen in unserem nächsten Umfeld betrifft und Personal im Krankenhaus und in Pflegeeinrichtungen in Atem hält. Wir sind zu einer größeren Passivität gezwungen als sonst. Keiner kann momentan sagen, wann wieder „Normalität“ einkehrt, aber alle hoffen, dass sich 2021 die Gesamtsituation bessert.
„Abwarten und Tee trinken!“ ist kein Allheilmittel für die Belastungen der
Erkrankten und den Schmerz der Trauernden. Es ist keine Besserungsmedizin für die betroffenen Selbstständigen und Gewerbetreibenden, die es zur Zeit sehr schwer haben.

Es mag uns aber daran erinnern, dass es Momente der Ruhe und Besinnung
braucht, um Problemen besser zu begegnen: in sich gehen, nachdenken, Kraft schöpfen. Und wie wir beim Teetrinken Schluck um Schluck ins uns
aufnehmen und wohltuende Wärme in uns aufsteigen spüren, so können wir
im „Buch des Lebens“, der Bibel, neue Kraft schöpfen – gerade in Zeiten, in
denen wir Orientierung und Hilfe suchen:

„Die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit
Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln
und nicht müde werden.“ (Jesaja 40,31)

„Gesegnet ist der Mann, der sich auf den HERRN verlässt und dessen
Zuversicht der HERR ist. Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der
seine Wurzeln zum Bach hin streckt.“ (Jeremia 17,7)

Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn; er wird´s wohlmachen.
(Psalm 37,5)

Verse dieser Art finden wir viele. Vielleicht erinnern Sie sich in diesen Tagen
auch an Ihren Tauf- oder Konfirmationsspruch als gutes „Wort für den Lebensweg“. Was sagt er Ihnen? In einer stillen Minute, vielleicht bei einer Tasse Tee, finden Sie Zeit, darüber nachzusinnen… In der Stille, im Gespräch
mit Gott, wächst uns neue Kraft zu für bevorstehende Herausforderungen.
In der Besinnung auf Gott eröffnet ER uns neue Wege.
Was wird das neue Jahr 2021 bringen?
Wer wird mir begegnen?
Was für schöne Erlebnisse darf ich mir schenken lassen?
Welche schwere Last werde ich (er-)tragen müssen?
Wir wissen es nicht. Aber in aller Ungewissheit unserer Tage dürfen wir damit rechnen, dass Gott, der uns bis hierher begleitet hat, uns auch 2021 nicht loslässt.

Der Frieden Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Wir wünschen einen gesegneten Jahreswechsel und ein gesundes Neues Jahr.

Am Arsch der Welt
Andacht von Hartmut Günther